Lothar Bertermann – ein Leben mit Batterien

Vor mehr als 30 Jahren hatte ein pfiffiger Ingenieur namens Wilfried Zippel endgültig genug von der Mangelwirtschaft in der DDR. Wenn man schon keine Autobatterie kaufen kann, dann baue ich ganz einfach selbst welche.

Was braucht man dazu?

  • Eine Werkstatt – vorhanden!
  • Bauteile für Batterien – vorhanden, denn alte Batterien wurden demontiert und wieder verwendbar in ihre Einzelteile zerlegt.
  • Maschinen und Anlagen zum Bau der Batterien wurden in Handarbeit selbst entworfen und gefertigt.

Nachdem auch die behördlichen Genehmigungen vorlagen, konnte es losgehen mit dem Bau von Batterien der Marke „Frauenhagener Akkuwerk – FAW“. Aber allein war das Unterfangen schwer zu stemmen. Es mussten Mitarbeiter her. Wilfried Zippel fand einen Mann mit goldenen Händen: Lothar Bertermann.

Batterien in der ganzen DDR

Wilfried Zippel und Lothar Bertermann hatte ganz einfach das Batteriefieber gepackt. Sie sammelten gemeinsam alte Autobatterien in der Uckermark, zerlegten sie in Frauenhagen fachgerecht und bauten in einem sogenannten Regenerierungsprogramm wieder neue Batterien zusammen. Das war eine schwere körperliche Arbeit, die aber auch technische Intelligenz voraussetzte, sonst hätten ja die Batterien nie funktioniert.

Schnell waren die Autobatterien von FAW in den einschlägigen Fachkreisen hinlänglich bekannt. Wilfried und Lothar waren in der Zeit viel in der Republik unterwegs und am Ende des Tages oftmals mit den Kräften am Ende. Nie hörte man von Beiden ein Wort des Klagens ob der vielen Arbeit – Chef und Angestellter waren Eins, sie zogen an einem Strang und haben bedingungslos einander vertraut. Noch wichtiger aber ist , dass Einer den Anderen ersetzen konnte. Mittlerweilen konnte Lothar eine Batterie im Schlaf zusammenbauen. Er wusste immer, wo jedes Bauteil von Nutzen war. Er kennt aber auch bis heute die Krankheiten einer Batterie.

Zum 2. Mal der „Joker“ Lothar

lothar-bertermannAls W. Zippel leider viel zu früh verstarb, war natürlich guter Rat teuer – wie soll es weitergehen mit dem Geschäft? Jörg Zippel, als Sohn, wurde ins „kalte Wasser“ geschmissen und er hat bis heute seine Sache sehr gut gemacht.

Wie zu Vaters Zeiten – immer an seiner Seite zur Rechten: Lothar Berterman! Vater wie Sohn stand und steht er immer loyal mit Rat und Tat zur Seite. Für Lothar ist der Spruch: „Geht nicht, gibt’s nicht“ immer die Maxime seines Handelns geblieben. Handwerkliche Fähigkeiten, Sachverstand, Organisationsvermögen, sein sprichwörtlicher Fleiß und seine Zuverlässigkeit haben ihm das uneingeschränkte Vertrauen seines Arbeitgebers und seiner Kollegen eingebracht.

Nach über 30 Jahren im Unternehmen kann es kein größeres Lob der ehemaligen Seniorchefin, Frau Zippel, geben, wenn sie urteilt: „Unser Lothar gehört zur Familie“!

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